Kritik - was für ein Käse
Warum wir gern kritisieren und ungern loben – und wie Sie das ganz einfach ändern
1. Tun Sie’s gleich
Loben Sie spontan und unmittelbar. Je länger Sie zwischen einer besonderen Leistung und Ihrer Würdigung warten, umso geringer ist der Effekt Ihrer Worte, weil das Lob für den Mitarbeiter dann, wie eine Pflichtübung wirken kann – wie eine weitere Aufgabe, die Sie als Chef auf Ihrer To-do-Liste haben. „Sofort“ ist niemals zu früh.
2. Seien Sie präzise
Ein allgemeines Lob ist nett, ein spezifisches Lob ist besser. Sagen Sie also nicht einfach, dass eine Aufgabe gut erledigt wurde, sondern erläutern Sie, warum und auf welche Weise diese Aufgabe erfolgreich war. Das hat 3 positive Auswirkungen: Ihr Mitarbeiter
- freut sich über die Geste,
- merkt, dass Sie seine Arbeit kennen und verfolgen, und
- ich weiß beim nächsten Mal in einer ähnlichen Situation genau, was er zu tun hat.
3. Loben Sie ehrlich
Loben Sie nicht mit der Gießkanne, und loben Sie nicht, um gelobt zu haben. Zum einen bemerkt der so Bedachte das sofort, und zum anderen nehmen Sie damit dem nächsten wirklich ernst gemeinten Lob seine Wirkung.
4. Heben Sie das ABER für später auf
Trennen Sie Lob und Kritik, so konstruktiv das Feedback auch gemeint sein mag. Stellen Sie sich vor, Sie sagen Folgendes: „Wie Sie die Verhandlungen mit unserem Patienten XY geführt haben, war großartig. Der Patient ist uns sicher. Aber das nächste Mal sollten Sie in der Aufwärmphase des Gesprächs auf keinen Fall ...“ Auf diese Weise lassen Sie Ihren Mitarbeiter mit dem Aberzurück: Das Lob hat einen faden Beigeschmack.
Besser: Loben und anerkennen Sie die Leistung sofort. Kritik und Optimierungsvorschläge bringen Sie zu einem späteren Zeitpunkt, etwa bei der Vorbesprechung einer ähnlichen Aufgabe, an.
Andrea Räuber
23.01.2023